Auf der Suche nach Dada

        Seminarbeit im 12. Jahrgang des  Gymnasiums

     Nominiert für up-and-coming 2009, prämiert bei Cineschool 2009


Der Film besteht aus zwei kleinen Geschichten, in denen sich Menschen aufmachen, um ihr ganz persönliches Dada zu suchen. Dada, das ist eine Kunstrichtung, die in den großen Metropolen der Welt – aufkeimte. Auf der Suche nach Dada zu sein heißt, den totalen Bruch mit den gesellschaftlichen Idealen zu suchen. Es sind Geschichten vom Bedürfnis nach etwas Besonderem und der Freude, wenn man schließlich findet, was man sucht.

Zuerst ist da der Junge, der sein Dada schließlich findet, als er sich in einem Feld suhlt. Seine Geschichte beginnt morgens, als er aufwacht und sich vornimmt Dada zu suchen. Er kommt in ein Gewölbe und fragt dort nach Dada. Man schickt ihn zu einem Uhrwerk, wo er einen Mann in Kutte findet, der ihm versichert, dass er Dada finden werde. Schließlich sucht der Junge Dada draußen in der Natur.

Die zweite Geschichte handelt von einem Pärchen, das sich langweilt. Sie fahren jede Woche an ein und den selben Ort und die Frau weiß immer noch nicht, wie man dort hinkommt. Der Mann sagt, er suche Dada, womit in diesem Fall wohl Abwechslung gemeint ist. Schließlich findet jedoch nicht er, sondern sie ihr Dada. Am Ende finden sie wieder zusammen, denn sie gehen Hand in Hand und stillschweigend dem Nichts entgegen.




















Entstehungsgeschichte und Produktionsbeschreibung

Bei dem Film handelt es sich um ein Projekt im Rahmen meiner Seminararbeit im 12. Jahrgang des Gymnasiums Martino-Katharineum in Braunschweig. Für das Schuljahr 2007/2008 bestand die Möglichkeit als Seminarfach „Dadaismus“ zu wählen. Das tat ich, da mich die Kurzbeschreibung des Programms für das Schuljahr besonders ansprach und sich deutlich von den anderen Angeboten absetzte. Es sollte darum gehen, ob Dada Sinn oder Unsinn war und ob eine Kunst, deren Ziel es war, Kunst als Institution zu zerstören, überhaupt existieren kann.

Wir beschäftigten uns viel mit Lautgedichten und Manifesten von verschiedenen Dadaisten, darunter Hans Arp, Kurt Schwitters oder Tristan Zara. Im Laufe der Arbeit im Seminarfach kam mir die Idee, meine Vorstellungen zu dem Thema filmerisch umzusetzen.

Dank meiner Arbeiten im Bereich Film habe ich Freunde, die immer wieder gern bereit sind, schauspielerisch für meine Projekte tätig zu werden. Diesen Freiwilligen bin ich natürlich sehr dankbar, da ohne sie das Projekt nicht zu realisieren gewesen wäre. Die benötigte Technik habe ich bei der Firma 25p Cine-Support in Berlin (Prenzlauer Berg) geliehen. Auch diese Adresse kenne ich aufgrund meiner filmischen Tätigkeiten. Gedreht wurde der Film an nur zwei Tagen (08.03. – 09.03.2008).

Die Übertragung von dadaistischem Material in das Medium Film erschien mir zuerst nicht ganz einfach. Außerdem existieren – meines Wissens nach – keine weiteren Beispiele dadaistsicher Filmkunst. Daher orientierte ich mich an Lautgedichten von Hans Arp  und Walter Mehring, die auf mich den Eindruck machten, auch ohne direkt erkennbaren Sinn eine Aussage zu haben. Außerdem ließ ich dadaistische Manifeste von Hugo Ball und Richard Huelsenbeck wörtlich einfließen.

Ähnliches wollte ich in meinem Kurzfilm erreichen, d.h. ohne direkt erkennbare Intention eine Aussage treffen. Wichtig war mir also die versteckte Intention in einem scheinbar sinnlosen Ablauf von Szenen und Dialogen. Dazu suchte auch ich den Bruch mit filmischen Mitteln. Ziel war es besondere Einstellungen zu liefern, allerdings ohne die Kamera „unter die Decke hängen zu müssen.“ So überraschen die stillen Einstellungen, die trotzdem neue Blickwinkel auf das Geschehen im Film eröffnen

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