Die zweite Chance

 

 

 Das Projekt


Am Anfang stand die Idee, die Feuerzangenbowle noch einmal aktualisiert zu verfilmen.  Durch die Filmaktivitäten meines Sohnes Johannes (s. Medienbiographie) ermutigt, wagte ich gemeinsam mit ihm diesen Weg des Drehbuchschreibens und Produzierens eines Spielfilms, wobei sich der Inhalt vom ersten Exposé bis zum fertigen Drehbuch noch stark wandeln sollte.

Im Mittelpunkt steht in der endgültigen Fassung ein Jugendlicher, der durch im Traum erlebte Fehlentscheidungen und deren Konsequenzen die Chance erhält, es in der Realität besser zu machen.


Die Tücken der Kommunikation zwischen den Generationen werden auch im Film selbst thematisiert, besonders deutlich wird dies in den Dialogen zwischen Max und seinem Vater.


Hinter der Kamera kam es auch öfter zum Schlagabtausch zwischen meinem Sohn, der immer alles perfekt machen wollte, und mir, der ich froh war, wenn alles irgendwie funktionierte, was bei einem Team von fast 100 Leuten und einen durch Filmtechnikmietvertrag limitierten Zeitrahmen durchaus schon mal zu Stresserscheinungen führte.


Letztlich hat sich der Perfektionismus meines Sohnes aber ausgezahlt: das Team hat sich von der Zuverlässigkeit anstecken lassen, alle (wie beim „echten“ Film festgelegten) Departments haben ihre Aufgabe  sehr ernst genommen und gut zusammengearbeitet. Jeder war sich der Wichtigkeit seiner Rolle im Team  bewusst, es herrschte eine gute Atmosphäre, und das generationsübergreifende Projekt, so denke ich, konnte vor allem auch deshalb zu einem erfolgreichen Abschluss geführt werden.


Besonders dankbar sind wir der Kirchengemeinde St. Pauli, die den Film zu ihrem Projekt gemacht hat, Räume für die Vorbereitungstreffen zur Verfügung stellte und das Sponsoring organisierte. Ohne deren Unterstützung und weiterer Spenden der Nord/LB und der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz wäre die Realisierung des Projektes nicht möglich gewesen. (Herbert Jancke - Regisseur)

Der Inhalt


Auf dem Braunschweiger Weihnachtsmarkt trifft der Gymnasiast Max seinen Freund Dennis, den er seit über fünf Jahren nicht gesehen hat. Damals war Max mit seiner Mutter, die sich gerade von Max‘ Vater getrennt hatte, nach Aurich gezogen. Dort hatte er in der Schule einen ziemlichen Durchhänger gehabt und war in der Mittelstufe zweimal sitzen geblieben. Inzwischen hat er sich wieder gefangen, am Schluss sogar sehr gute Leistungen erbracht. Jetzt ist er achtzehn und zieht gerade wieder zurück zu seinem Vater, der nach einem längeren beruflich bedingten Auslandsaufenthalt jetzt regelmäßig in Braunschweig ist.


Während die beiden jungen Männer vom Chef des Feuerzangenbowlenstandes mehrmals „Noch’ne Feuerzangenbowle?“ gefragt werden, berichtet Max Dennis von seinem Problem: sein Vater weiß nichts von den Ehrenrunden und geht davon aus, dass sein Sohn im nächsten Sommer Abitur macht. Er plant mit seinem Sohn  einen gemeinsamen Wunschtraum zu verwirklichen: eine Segeltour nach Spitzbergen.


Das Problem ist nur, dass Max ja wegen seiner Ehrenrunden erst in Klasse 11 ist. Er soll nun wieder an seiner alten Schule, dem Martino-Katharineum, angemeldet werden, wo ihn alle als guten Schüler kennen.


Dennis, der sehr einfallsreich ist und Nina, die Tochter des Hausmeisters, als Freundin hat, hat eine Idee: er kommt mit dem Generalschlüssel am Wochenende in die Verwaltung und bucht Max nicht in den 11., sondern in den 13. Jahrgang. Niemand bemerkt den Fehler und Max kann in den 13. Jahrgang gemeinsam mit Dennis besuchen

Am ersten Tag begrüßt der Schulleiter Max und sagt ihm, wie gut doch das neue Zentralabitur sei, so dass es jetzt gar kein Problem mehr sei, ein halbes Jahr vor dem Abitur das Gymnasium zu wechseln.


Max ist aber doch etwas mulmig zumute. Die von Dennis mit großem technischen Aufwand inszenierte Schummelaktionen verhelfen ihm zunächst zu den notwendigen Noten. Max trifft seine ehemalige Freundin Annika wieder. Er ist jedoch nicht bereit kontinuierlich zu arbeiten, sondern verlässt sich lieber auf Dennis. Hierüber kommt es mit Annika zu einer Auseinandersetzung und man trennt sich im Streit. Dann kündigt sich die nächste Katastrophe an: völlig unerwartet meldet sich Max‘ Mutter telefonisch zum Besuch an, um ihren Sohn wiederzusehen. Max versucht mit allen Mitteln, dieses Vorhaben zu verhindern, da ja seine Mutter davon ausgeht, dass er in Klasse 11 und nicht im 13. Jahrgang ist.


Ab jetzt eskaliert alles: das entscheidende Gespräch findet bei einer Veranstaltung in der Schule statt. Max muss durch geschickte und immer komischer werdende Einwürfe dafür sorgen, dass seine Mutter nicht merkt, dass er schon kurz vor dem Abi steht. Als auch noch Annika auftaucht und ihn zur Rede stellt, lässt sich die Wahrheit nicht mehr verheimlichen.. Im Augenblick des größten Chaos blendet die Handlung zum Weihnachtsmarkt zurück. Max war eingeschlafen, und Dennis entwickelt gerade seinen „Rettungsplan“, von dem Max nun aber nichts mehr wissen will.

Im nun beginnenden zweiten Teil des Films werden alle Elemente des Traums in modifizierter Form  wieder  aufgenommen: die Szenen sind dieselben, aber doch irgendwie anders. Max profitiert von seinem Traum und macht die geträumten Fehler nicht noch mal.

Nähere Informationen:


    Fotos


    Team u.a.:

    Peer Kleinschmidt - Musik

    Maria Antonia Schmidt - Gesang

    Michael S. Ruscheinsky - Post.-Prod.


    Schauspieler u.a.:

    Marianne Heinrich